Die Sozialwissenschaftlerin Snežana Kuster-Nikolić spricht über die Geschlechterverhältnisse im ehemaligen Jugoslawien. Anschliessend Diskussion.

Im ehemaligen Jugoslawien wurde eine weitgehende Selbstverwaltung als Wirtschaftsmodell mit entsprechender Gleichstellung der Geschlechter ­angestrebt und umgesetzt, sei es bei der Beschäftigung, dem Zugang zur Bildung, beim Einkommen (gleicher Lohn für gleiche Arbeit) oder in der politischen Partizipation. Sie hatten ihre eigene politische Frauenpartei, die Antifaschistische Front der Frauen, die sich bis 1953 für die Verbesserung der Frauenanliegen eingesetzt hat. Die reproduktiven Rechte der Frauen, wonach jede Frau das Recht hatte, selbst zu entscheiden, ob und wie viele Kinder sie wollte, waren in der Verfassung verankert. Durch die Auflösung Jugoslawiens und die Entstehung neuer Nationalstaaten hat sich die Situation der Frauen, der Arbeiter und Arbeiterinnen in der neu formierten kapitalistischen Gesellschaft grundlegend verändert.

Organisiert von der PdA SG, PFG St.Gallen, Archiv für Frauen- und Geschlechtergeschichte Ostschweiz

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